Wie würde ich es anfangen?

Ein gedankliches Experiment.

Wenn ich heute die Möglichkeit bekäme, als Beraterin in digitaler Entwicklung zu arbeiten, was wären meine Ratschläge?

Ich würde immer noch eine gut gepflegte, persönliche digitale Präsenz empfehlen.

Ich würde, wie auch in London, der Leitung des Unternehmens oder den Leitungsebenen einer Reihe von Unternehmen oder Organisationen einen Kurs in digitaler Vernetzung anbieten.

Ganz von vorn mit dem Aufbau einer digitalen Identität anzufangen, heißt, zu überlegen, an wen man sich mit seinen Worten und Inhalten wendet. Und ja, in diesem Land sind ist die breite Öffentlichkeit nicht sehr auf sozialen Netzwerken unterwegs.

Nichtsdestotrotz: Keine Organisation beschäftigt sich nur mit Kunden/Partnern aus diesem Land. Und: Eine sichere Stimme Online hilft auch außerhalb von Twitter und Co.

An wen soll man sich also richten? Die Frage ist: Wem vertraut man? Wen respektiert man? Wenn man mit seinen Inhalten das Ziel hat, vertrauensbasierte Verhältnisse aufzubauen, redet man anders, als ob man die blinde Masse anspricht.

Je breiter, desto flacher ist die Devise. Und umgekehrt: Je persönlicher, desto tiefgehender.

Man muss natürlich abschätzen können, wie weit wirkliche Offenheit möglich ist. Deshalb ist es bei einem veränderten Herangehen an Geschäftskommunikation wichtig, dass alle Ebenen der Organisation persönlich involviert sind.

In den meisten Organisation gibt es viel Raum für „Die neue Offenheit“, bevor man sich über Geschäftsgeheimnisse Sorgen machen muss.

Das Ziel dieser Offenheit sind vertrauensbasierte Beziehungen.

Der nächste Schritt wäre dann, Inhalte zu entwickeln. Das ist eigentlich nicht so schwierig, wenn man davon redet, was einem den Tag ausfüllt. Dann muss man auch lernen, zuzuhören, denn Beziehungen aufzubauen, heißt, mehr zuzuhören als selbst zu reden.

Dann geht es um technische Dinge wie Plattformen, die Form der Inhalte, das Bauen und Aufrechterhalten des Netzwerkes. Denn idealerweise wollen wir etwas Nachhaltiges aufbauen, das nicht am Ende des Kurses einschläft. Idealerweise soll der Kurs nur eine Grundlage bilden für ein Netzwerk, in dem Menschen sich und ihre Beziehungen weiterhin entwickeln können.

Die Ziele des Entwickelns einer solchen Online Identität:

  • Eine souveräne Stimme der Organisationsleitung im Internet, mit der sich potentielle Partner oder Interessenten verbinden können
  • Regelmäßiges Schreiben von Inhalten bedeutet eine persönliche Entwicklung für die Kursteilnehmer
  • Durch das Lesen und Teilnehmen an der Entwicklung anderer Menschen entwickelt man authentische Beziehungen, die bei der eigenen Entwicklung helfen
  • Je mehr Mitglieder einer Organisation eine sichere Online-Stimme entwickelt haben, desto besser ist die Organisation darin, über ihre Arbeit zu reden
  • Je mehr die Führung einer Organisation selbst im Internet präsent sind, desto weniger Angst gibt es davor, den Mitgliedern Unabhängingkeit und gut geleitete Freiheit zu geben
  • Je besser die Organisation vernetzt ist, desto besser kann sie ihren Partnern und Kunden mit gutem Beispiel vorangehen
  • Und schließlich: Vertrauensbasierte, nahe Beziehungen bedeuten bessere Geschäfte und mehr Spaß an der Arbeit für alle
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Was ich will mit meinem Blog

Meine Online-Identität ist genau wie meine wirkliche. Im richtigen Leben möchte ich Menschen finden, die ich mag und die mich mögen, und online genauso.

Ich möchte Leute finden, die Echtheit, Ehrlichkeit im Online-Leben gut finden und es auch so halten.

Das klingt normal, aber seit ein paar Jahren heißt Blogging, irgendwelche Produkte, oder sich selbst, zu vermarketen. Social Media wird zwar jetzt hier auch mehr genutzt, aber nicht, um sich mit echten Menschen zu verbinden, sondern um Ziele zu erreichen. Followers, das heißt Aufmerksamkeit. Influence, das heißt Aufmerksamkeit von Agenturen, die eventuell mit Marketing-Abteilungen zusammenarbeiten, um jemand anders zu vermarkten, und von denen kriegt man dann Geld, wenn man sich genug Aufmerksamkeit verschafft hat, damit sie etwas davon abkriegen.

Wo Menschen nur Zielpublikum (oder nicht) sind, bin ich auch nur mein Geld oder meine Aufmerksamkeit oder nicht. Und das gilt, glaube ich, auch für andere Menschen, ob sie sich dessen bewusst sind oder nicht. Marketing durch Tricks, die zeitweilig Aufmerksamkeit erhaschen, wird schnell durchschaut.

Wo Menschen aber mehr sind als nur eine Nummer, bin ich auch gern mehr.

Jetzt ist die Frage. Gibt es Leute, die es hier auch so halten? Oder ist die gesamte Atmosphäre im Norden so kritisch, dass man es gar nicht kann? Muss man sich hinter Mauern verstecken, um ehrlich über das Auf und Ab zu schreiben, um zu sagen, dass man noch sucht und sich nicht sicher ist, oder wird man sofort verurteilt?

Unsicherheit ist eine der sympathischsten Eigenschaften. Weil es einfach keine Sicherheiten gibt. Jeder, der mit zuviel Sicherheit von sich und der Welt redet, ist einfach nur zu jung oder hat gerade ein Coaching gemacht. (Davon gibt es ja auch so einige.)

Das ist aber auch nicht das, was irgendjemand hilft. Je sicherer man sich ist, desto härter werden die Schläge sein, die einen dann irgendwann vom Podest hauen. Und es dauert Jahre, sich davon zu erholen, und leider teilt diese Erfahrungen niemand mit uns.

Also wenn jemand Tipps hat, wie man ehrliche Blogger trifft: Her damit.

In einem Teil von London, der sich etwas wie Berlin anfühlt (Crouch End), habe ich mal, vor 8 Jahren, das erste Tweetup organisiert – bevor Twitter sogar da zum Mainstream gehörte. Wenn ich mich wieder energetisch genug fühle, will ich so etwas hier machen. Das „Work Out Loud“ Tweetup, damit es keiner mit irgendwelchen Social Media Marketing meetups verwechselt.

Und warum? Damit andere Menschen, die nicht sonst nicht bloggen würden (weil sie ja keine jungen, selbstsicheren, ambitiösen Leute sind), von denen ich aber gern hören würde, es auch tun.

Wie immer ist das immer noch nur eine Idee und kann sich alles ändern.

Bei Events gilt: Twitter > Facebook

In Deutschland ist Facebook populärer als Twitter. Hier ein paar Gründe, warum es trotzdem gut sein kann, bei einem Event die Existenz eines spezifischen Hashtags zu betonen, und Teilnehmer zu inspirieren, auch auf Twitter teilzunehmen. Dies bedeutet für viele der Teilnehmer eine steile Lernkurve, jedoch hat ein Event, der sich um Technologie dreht, die Pflicht, gute Angewohnheiten zu inspirieren. Und es gibt nichts, was so direkt den Nutzen von Twitter vermittelt, als bei einem Event mit einem Vielfachen von Personen direkte, persönliche und anhaltende Kontakte aufzubauen.

Vor dem Event: Viele Teilnehmer fangen schon an, den Hashtag ein paar Tage vor dem Event zu beobachten (praktisch geht das, indem man eine Kolumne einrichtet. Tweetdeck macht das jetzt automatisch, wenn man einen Hashtag anklickt. Dann muss man sie sich nur noch zurechtrücken.) Alle bereiten sich so zusammen auf den Tag vor, und man kann sich schon mit eventuellen Kontakten austauschen.

Beim Event: Wenn Menschen online über ihre Erfahrungen sprechen, lernen ihre Netzwerke den Event kennen, und die Arbeit aller wird weit über die Wände des Saales hinaus verstärkt. Man folgt sich gegenseitig und baut ein Netzwerk mit Gleichgesinnten auf. Sowohl Teilnehmer als auch interessierte Partien haben einen direkte Leitung zu Inhalten, die die sonst oft kurzen und vielen Talks und Pitches vertiefen.

Nach dem Event: Man bleibt in Kontakt, und dadurch, dass man im gleichen Raum war, hat man selbst mit Menschen, die man nicht persönlich getroffen hat, eine Basis von Vertrauen und Respekt. Dies fehlt sonst oft in Sozialen Netzwerken. So hat man persönliche Kontakte mit einer viel größeren Anzahl von Menschen, als man sonst die Hände geschüttelt hätte, und so sind diese Kontakte zwar locker aber doch existent, besser als Marketing Emails. Man wird so weiter inspiriert, seine eigenen Online Identitäten zu pflegen, die so wichtig im heutigen Geschäftsleben sind.

Und natürlich soll immer wieder der wichtigste Unterschied zwischen Twitter und Facebook betont werden: Man ist bei Twitter keinem Algorithmus unterworfen, der bestimmt, welche Inhalte man sieht.

Wer bin ich, was sage ich?

Wenn wir Marketing- oder Kommunikationsspezialisten um Hilfe beim Aufbau einer Onlinepräsenz fragen, werden wir oft mit Informationen über Zielgruppen und Plattformen zugeschüttet. Das allerletzte, um das sich Marketingleute kümmern, ist Substanz – das, was uns wirklich ausmacht.

Bei einer persönlichen Präsenz ist die Substanz der Ausgangspunkt, nicht die Methode, nicht die Anpassung der Nachricht für die Zielgruppe.

Wenn wir auf Marketingmaterial reagieren, fühlen wir uns oft ausgetrickst. Das Material hat unsere Aufmerksamkeit erreicht, aber wir haben keine positive Beziehung mit dem Ursprung dieser Nachrichten aufgebaut.

Als Person bauen wir Freundschaften auf, wollen also idealerweise andere nicht mit Tricks auf uns aufmerksam machen. Je echter die Nachrichten sind, mit denen wir Menschen erreichen, desto bereiter sind sie, mit uns in Kontakt zu bleiben.

Das Resultat solch einer vertrauens- und wahrheitsbasierten Präsenz ist, dass man ein echtes Kontaktnetzwerk aufbauen kann, das sich über Jahre ausweitet. Alles, was man erreichen will – professionell oder persönlich – ist so leichter und viel mehr ist möglich.

Was sagen wir, wenn wir wirklich die Wahrheit sagen? Und wie können wir furchtlos und sicher kommunizieren?

Das genau sind die Fragen, die wir den Spezialisten stellen sollten. Kann man diese Fragen jemals ganz beantworten? Ich glaube nicht. Aber sie jedes Jahr besser und mit mehr Erfahrung zu beantworten, ist ein besserer Check für unsere persönlichen Präsenzen als jede Social Media Metrik.

Bald auch in Rostock!

Ich habe vor Jahren mal angefangen, ein paar deutschsprachige Artikel zu schreiben. Das ist natürlich aus heutiger Sicht alles blauäugig und hoffnungsvoll – Social Media hat seitdem auch sehr viele andere und auch sehr schlechte Seiten gezeigt.

Trotzdem werde ich dieses alte Blog behalten und weiter betreiben. Ich bin dabei, nach Rostock umzuziehen, und werde dort natürlich auch als Beraterin für internationale Social Media Fragen tätig sein. Obwohl ich für die ersten Monate arbeitsmäßig schon versorgt bin, danke der Nachfrage, was den großen Umzugsstress schon etwas mindert.

Es ist eigentlich ganz einfach: Wenn man mit dem Ausland Geschäfte macht, muss man sich auf dessen Art einstellen. Wenn Social Media für uns nicht so wichtig ist – in Großbritannien geht nichts ohne gute Online-Verbindungen. Besonders mit Journalisten und in der Technologie-Szene. Und für gute Verbindungen ist es wichtig, dass alle in einer Organisation wissen, was online in ihrem Namen passiert, und sich damit identifizieren können. Von der Chefetage angefangen.

Das Vermögen zu entwickeln, sich online zwanglos und mit Selbstvertrauen auszudrücken, ist eine der wichtigsten Aufgaben von Führungskräften heutzutage. Und dabei zu helfen, ist meine Spezialität.

Warum die neue Medienlandschaft uns glücklicher macht

Glücklich? Das ist ein großer Begriff. Warum meine ich daß ich mit Recht solch eine Behauptung machen kann?

Die neue Medienlandschaft, oder Social Media, ist davon geprägt daß wir alle sowie Teilnehmer als auch Teilhaber sind. Wir konsumieren, und produzieren dabei neue Inhalte. Wir lernen uns selber und andere dabei besser kennen. Dies alles ist Theorie, und fast ein wenig philosophisch.

Die Hauptsache jedoch ist dies. Früher hatte der Informationsfluß eine Richtung. Wir haben alles gegessen was uns vorgesetzt wurde. Wenn Coca Cola oder Pepsi uns mehr Cola verkaufen wollten, mußten sie nur die Werbung in genug Kanäle setzen, und wir haben ihre Cola gekauft. Ein grosses Werbebudget war in diesem Klima gleichbedeutend mit großen Verkaufszahlen.

Heutzutage, wenn eine Firma sich mit uns in Verbindung setzen will, ist es nicht mehr so einfach. Wir denken unabhängiger. Social Media als Werbekanal funktioniert, aber nur wenn man als Person denkt, und nicht als Firma. Ja, ich will schon von einem Hotel an der Küste hören wenn ich Urlaubspläne mache. Am richtigen Ort zur richtigen Zeit zu sein – das ist nie leicht, und es klappt besser, wenn man es zusammen macht.

Wir tauschen uns also mehr aus, selbst wenn wir Social Media in professionellen Rollen nutzen; schliessen uns zu neuen Gemeinschaften zusammen, und kommen einander näher. Das Gefühl, ein Vorreiter zu sein und mit anderen etwas ganz neues aufzubauen, ist stark – und ja, Teil einer solchen Gruppe zu sein, macht uns glücklich.

Natürlich rede ich jetzt wieder über Twitter. Die Reifheit der meisten Inhalte auf Twitter hat viele, die der Entwicklung von offenen Online-Kommunikationen seit der Chatroom „flame wars“ gefolgt sind, überrascht. Hier ist tatsächlich eine Plattform, auf der wir wir selbst sind, und wir fallen nicht mit schlechten Nachreden übereinander her? Wir sind tatsächlich hilfreich und nett zu einander?

Wir sind offen für neue Mitglieder. Finde mich hier http://twitter.com/the_anke und laß uns was Neues ausprobieren.